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Geldanlage: Maßnahmen gegen die Inflation

Letzte Aktualisierung: 9.12.2025

Warum Inflationsschutz wichtig ist

Seit 2013 hat sich die Inflationsrate in der Europäischen Union durchgehend unterhalb der Zwei-Prozent-Marke bewegt. Punktuell betrug sie dabei sogar nur 0,1 Prozent. Mitte 2021 jedoch begann die Wiederauferstehung der bereits Totgeglaubten und im Oktober 2022 erreichte die Teuerung mit 10,5% den bisherigen Höhepunkt. Eine Entwicklung, die massive Auswirkungen auf den täglichen Einkauf, die Rechnung im Restaurant aber auch für unsere Geldanlage hat. Inflation bedeutet, dass der Wert und die Kaufkraft des Geldes abnehmen. Bereits ein halber Prozentpunkt mehr Inflation pro Jahr ergibt über 20 Jahre einen zusätzlichen Kaufkraftverlust von über zehn Prozent. Wie kann man einen solchen Verlust an Kaufkraft ausgleichen oder zumindest reduzieren? Mit welcher Geldanlage kann ich mich gegen Inflation schützen?

Kaufkraftrechner

Wieviel Kaufkraft hat mein Geld in den letzten Jahren eingebüßt? Reicht es aus, Geld auf einem Sparbuch anzulegen, um Kaufkraft zu erhalten? Diese Fragen beantwortet der Kaufkraftrechner. Gleich ausprobieren!

Inflation aktuell

Inflationsraten werden 2026 unserer Erwartung nach weiter rückläufig sein, wobei in den USA die Zölle keine negativen Auswirkungen mehr haben werden. In der Eurozone wird die Inflation weiter von den Dienstleistungen getrieben, allerdings deuten die Vorlaufindikatoren auf eine weitere Entspannung hin. Entsprechend könnte das Inflationsziel der EZB unterschritten werden, allerdings nicht stark genug, um die EZB zu weiteren Zinssenkungen zu veranlassen. Entsprechend sehen wir von Raiffeisen Capital Management nur eine kleine Chance für weitere Zinssenkungen der EZB 2026, während die Fed mehr Spielraum hat und diesen mit drei weiteren Zinssenkungen unserer Einschätzung nach auch nutzen wird. (Stand 9.12.2025)

Wie entsteht eine Inflation? Einfach erklärt.

Von Inflation spricht man, wenn das Preisniveau von Waren und Dienstleistungen steigt. Man muss also für die gleiche Leistung mehr zahlen. Das bedeutet, dass der Euro an Kaufkraft verloren hat.

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europäische Zentralbank in Frankfurt bei strahlender Sonne

Mittel im Kampf gegen die hohe Inflation

Ein wichtiges geldpolitisches Instrument, um die Inflation zu beeinflussen, sind die Leitzinsen, die von Zentral- und Notenbanken festgelegt werden. Die Leitzinsen sind ein wichtiger Indikator für Spar- und Kreditzinsen, sie beeinflussen somit die Nachfrage und das Wirtschaftswachstum mit. So wird versucht, eine zu hohe Inflation mit einer Anhebung der Leitzinsen zu bekämpfen. Eine Auswirkung auf die Preise ist aber nicht garantiert – vor allem bei der sogenannten Angebotsinflation.

Ein weiteres Mittel ist die Steuerung der Geldmenge. In Zeiten zu niedriger Inflation wurden von der Europäischen Zentralbank über Anleihekäufe in Höhe von mehreren Billionen Euro viel Geld in die europäische Wirtschaft gepumpt, um diese zu stärken und die Inflation wieder anzukurbeln. In Zeiten hoher Inflation ist dieser Geldhahn wieder abzudrehen, die Anleihekäufe sind wieder zurückzufahren. (Mehr über Anleihen)

Was bedeutet eine (zu) hohe Inflation bei der Geldanlage?

Familienvater zählt mit seinen Töchtern die Münzen aus dem Sparbehälter

In der Realzinsfalle

Die gute Nachricht zuerst. Mit der Inflation sind auch die Leitzinsen gestiegen – und damit auch die Sparzinsen. Für Sparbuch und Bausparer gibt es wieder nennenswerte Zinserträge. Die Inflation können sie aber trotzdem nicht kompensieren, die Sparer befanden sich in der Realzinsfalle. Für die kommenden Jahre könnte das wieder besser aussehen. Neuerliche Inflationsanstiege sind aber jederzeit möglich, das Thema Inflation bleibt daher dauerhaft aktuell.

  • Eine Faustregel besagt, dass man bei hoher Inflation in Sachwerte investieren soll. Neben Rohstoffen und Immobilien zählen auch Aktien dazu. Sprunghaft steigende Zinsen wirken sich aber auch auf den Aktienmarkt aus. Für Unternehmen wird es teurer, sich zu refinanzieren. Dies gilt vor allem für wachstumsstarke Betriebe, die auf Fremdkapital angewiesen sind. Hinzu kommt, dass die Kosten für Rohstoffe, Handelswaren und Löhne steigen. Es stellt sich die Frage, wie sich dies auf die Gewinne der Unternehmen auswirken. Können die Unternehmen die zusätzlichen Aufwendungen über höhere Preise an die Kund:innen weitergeben?

  • Höhere Leitzinsen können auch das Wirtschaftswachstum bremsen – und somit die Geschäftsentwicklungen von Unternehmen dämpfen. Andererseits werden zinstragende Anlageformen (beispielsweise Anleihen) vergleichsweise attraktiver– die Nachfrage nach Aktien sinkt.

  • Bei Anleihen ist die Wechselwirkung zwischen Zinsniveau und Preisen von Anleihen zu beachten.

Wie kann ich mich vor (zu) hoher Inflation schützen?

In einem Umfeld aus hoher Inflation, schwankenden Aktienmärkten und globalen politischen Turbulenzen wird Geldanlage anspruchsvoller. Aber die wahrscheinlich schlechteste Variante wird wohl sein, nicht zu handeln.

Kapital möglichst krisensicher zu veranlagen ist derzeit eine große Herausforderung (auch interessant: Sind Fonds ein guter Schutz gegen hohe Inflation?). Hohe Teuerungsraten lassen sich kurzfristig kaum – und wenn nur unter hohem Risiko – abfangen. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich individuell mit seiner Raiffeisen-Beraterin oder seinem Raiffeisen-Berater abzusprechen. Anleger:innen sollten angesichts der Herausforderungen jedenfalls nicht überstürzt handeln (erfahren Sie mehr: Raiffeisen-Inflationsschutz-Anleihen). Je nach Zweck und Anlagehorizont muss eine geeignete Veranlagungsstrategie erarbeitet werden, die Grundprinzipien der Geldanlage sollten weiter im Auge behalten werden:

  • ein entsprechendes Anlageziel definieren,

  • seine eigene Risikobereitschaft kennen,

  • nicht alles auf eine Karte setzen, sondern sich bei der Geldanlage breit aufstellen, um die Risiken zu verteilen sowie

  • ein Teil der Geldanlage sollte als "Notgroschen" für unvorhergesehene Ausgaben rasch veräußerbar sein.

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Die Fondsbestimmungen des Raiffeisen-Inflationsschutz-Anleihen wurden durch die FMA bewilligt. Der Raiffeisen-Inflationsschutz-Anleihen kann mehr als 35 % des Fondsvermögens in Wertpapiere/Geldmarktinstrumente folgender Emittenten investieren: Frankreich, Niederlande, Österreich, Belgien, Finnland, Deutschland.